Reinigungsplan für die Arztpraxis: Hygiene & Sicherheit
In einer Arztpraxis hat Hygiene oberste Priorität. Ein strukturierter und gut durchdachter Reinigungsplan für die Arztpraxis ist entscheidend, um sowohl gesetzliche Vorgaben zu erfüllen als auch die Sicherheit von Patienten und Mitarbeitern zu gewährleisten. Dieser Blogbeitrag beleuchtet die Grundlagen eines Reinigungsplans für Arztpraxen, zeigt die wesentlichen Elemente auf und gibt praxisnahe Tipps zur erfolgreichen Umsetzung.
Ein valider Reinigungsplan muss die Vorgaben der TRBA 250 und die Richtlinien der KRINKO beim Robert Koch-Institut erfüllen. Er dient der Unterbrechung von Infektionsketten und ist bei Praxisbegehungen durch das Gesundheitsamt eines der ersten Prüfdokumente
Ein Reinigungsplan für die Arztpraxis ist ein verbindliches Dokument als Teil des Hygieneplans, das gemäß § 23 IfSG festlegt, welche Flächen und Gegenstände zu welchem Zeitpunkt, mit welchen Mitteln und durch wen gereinigt oder desinfiziert werden müssen
Inhaltsverzeichnis
Grundlagen des Reinigungsplans für die Arztpraxis

Ein durchdachter Reinigungsplan für die Arztpraxis ist ein essenzielles Instrument, um eine hohe Hygienestufe in der Praxis sicherzustellen. Er gewährleistet nicht nur die Sauberkeit und Ordnung, sondern schützt vor allem Patienten, Personal und Besucher vor Infektionen. Ein solcher Plan ist weit mehr als nur eine Routinevorgabe – er ist eine detaillierte Anleitung, die sowohl rechtliche Anforderungen als auch spezifische Praxisbedürfnisse berücksichtigt. Im Folgenden werden die grundlegenden Aspekte eines Reinigungsplans für Arztpraxen in verschiedenen Unterkapiteln erläutert.
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Die Basis eines jeden Reinigungsplans liegt in der klaren Unterscheidung zwischen den verschiedenen Arten der Reinigung. Diese lassen sich in drei Hauptkategorien unterteilen:
- Grundreinigung: Diese erfolgt in größeren Zeitabständen und zielt darauf ab, hartnäckige Verschmutzungen zu entfernen, die sich im Alltag ansammeln. Sie umfasst eine gründliche Reinigung aller Praxisbereiche, einschließlich schwer zugänglicher Stellen, um tief sitzenden Schmutz zu beseitigen.
- Laufende Reinigung: Diese bezieht sich auf die tägliche Reinigung und Pflege der Praxisräume. Sie umfasst das Wischen von Oberflächen, das Saugen und Wischen der Böden sowie die Beseitigung von sichtbarem Schmutz und Staub. Hierbei handelt es sich um Routineaufgaben, die sicherstellen, dass die Praxis jederzeit sauber und hygienisch einwandfrei ist.
- Desinfektion: Die Desinfektion geht über die reine Reinigung hinaus und zielt darauf ab, krankheitserregende Mikroorganismen zu eliminieren. Sie ist besonders in Bereichen notwendig, in denen ein hohes Risiko für Kreuzkontaminationen besteht, wie in Behandlungsräumen oder bei Kontakt mit biologischem Material.
2. Rechtliche Rahmenbedingungen und Empfehlungen
Ein wesentlicher Bestandteil des Reinigungsplans ist die Einhaltung der rechtlichen Vorgaben und Empfehlungen. In Deutschland spielen hierbei die Richtlinien des Robert Koch-Instituts (RKI) eine zentrale Rolle. Diese Richtlinien legen fest, wie Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen in medizinischen Einrichtungen durchzuführen sind, um Infektionen vorzubeugen.
- RKI-Richtlinien: Diese Richtlinien geben detaillierte Anweisungen zur Desinfektion und Sterilisation in medizinischen Einrichtungen. Sie sind eine unverzichtbare Grundlage für die Erstellung eines Reinigungsplans, da sie die Mindestanforderungen an Hygiene und Infektionsschutz festlegen.
- Technische Regeln für Biologische Arbeitsstoffe (TRBA 250): Diese Regeln regeln den Umgang mit biologischen Arbeitsstoffen in Arztpraxen und schreiben spezifische Schutzmaßnahmen vor, die im Reinigungsplan berücksichtigt werden müssen. Dazu gehört auch die Auswahl geeigneter Desinfektionsmittel, die wirksam gegen potenziell gefährliche Mikroorganismen sind.
3. Identifikation und Bewertung der Risikobereiche
Ein effektiver Reinigungsplan basiert auf einer sorgfältigen Analyse der verschiedenen Praxisbereiche. Jeder Raum und jede Oberfläche weist unterschiedliche Hygienebedürfnisse auf, die im Plan berücksichtigt werden müssen.
- Risikobewertung: Durch eine systematische Risikobewertung werden besonders gefährdete Bereiche identifiziert. Dazu zählen Behandlungsräume, in denen invasive Eingriffe stattfinden, Wartezimmer mit hoher Patientenfrequenz sowie Sanitäranlagen, die von vielen Menschen genutzt werden. Diese Risikobereiche erfordern eine intensivere und häufigere Reinigung und Desinfektion, um das Infektionsrisiko zu minimieren.
- Spezifische Reinigungsanforderungen: Jeder identifizierte Risikobereich erhält spezifische Reinigungsanweisungen. Dies betrifft nicht nur die Frequenz, sondern auch die Auswahl der Reinigungsmittel und -methoden. Beispielsweise müssen Oberflächen, die mit Körperflüssigkeiten in Kontakt kommen, nach jedem Patienten gründlich desinfiziert werden.
4. Klare Zuweisung von Verantwortlichkeiten
Die Umsetzung eines Reinigungsplans in der Arztpraxis erfordert eine klare Struktur und Verantwortungszuteilung. Ohne klare Zuweisung der Aufgaben kann es leicht zu Missverständnissen oder Versäumnissen kommen.
- Definierte Verantwortlichkeiten: Jeder Mitarbeiter oder jedes Reinigungsteam sollte klar definierte Aufgabenbereiche haben. Dies kann beispielsweise die Zuordnung eines Mitarbeiters zur täglichen Reinigung der Behandlungsräume und eines anderen zur wöchentlichen Grundreinigung umfassen. Diese Zuweisung hilft, sicherzustellen, dass alle notwendigen Aufgaben zuverlässig erledigt werden.
- Schulung des Personals: Eine gründliche Schulung der Mitarbeiter in Bezug auf die Hygieneanforderungen und den Reinigungsplan ist unerlässlich. Diese Schulungen sollten regelmäßig wiederholt werden, um sicherzustellen, dass das gesamte Personal auf dem neuesten Stand der Hygienetechnik ist und die Bedeutung der einzelnen Maßnahmen versteht.
Idealerweise gibt es einen Hygienebeauftragten der Arztpraxis, der sich dem Thema annimmt.
5. Dokumentation und Qualitätssicherung
Ein weiterer elementarer Bestandteil des Reinigungsplans ist die Dokumentation aller durchgeführten Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen. Diese Dokumentation dient nicht nur als Nachweis für interne Audits oder Inspektionen durch Aufsichtsbehörden, sondern ist auch ein wichtiges Instrument der Qualitätssicherung.
- Umfassende Dokumentation: Jede Reinigung und Desinfektion sollte zeitnah und detailliert dokumentiert werden. Dazu gehören Informationen über den gereinigten Bereich, die verwendeten Reinigungsmittel, die angewandte Methode und den ausführenden Mitarbeiter. Diese Aufzeichnungen ermöglichen es, die Einhaltung des Reinigungsplans zu überwachen und bei Bedarf Anpassungen vorzunehmen.
- Kontinuierliche Verbesserung: Durch die Analyse der Dokumentationen können Schwachstellen im Reinigungsprozess identifiziert und gezielt verbessert werden. Regelmäßige Überprüfungen und Anpassungen des Reinigungsplans tragen dazu bei, die Hygienestandards kontinuierlich zu optimieren und an neue Herausforderungen anzupassen.
Tipp: Es lohnt sich weit vor einer Hygienebegehung der Arztpraxis das Thema Hygiene auf feste Füße zu stellen.
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Ein effektiver Reinigungsplan ist das Herzstück eines erfolgreichen Hygienemanagements in der Arztpraxis. Er gewährleistet nicht nur die Sauberkeit, sondern auch die Sicherheit aller Praxisbereiche, indem er klare Anweisungen zur Reinigung und Desinfektion gibt. Diese Anweisungen berücksichtigen die spezifischen Anforderungen und Risikofaktoren der jeweiligen Praxisräume. Ein solcher Plan besteht aus mehreren essenziellen Elementen, die im Folgenden detailliert erläutert werden.
1. Detaillierte Bestandsaufnahme der Praxisbereiche
Der erste Schritt zur Erstellung eines Reinigungsplans ist eine umfassende Bestandsaufnahme aller Praxisbereiche. Dies umfasst die Identifikation und Kategorisierung aller Räume, Oberflächen und Objekte, die gereinigt und desinfiziert werden müssen.
- Kategorisierung der Praxisbereiche: Zu den Bereichen, die in den Reinigungsplan aufgenommen werden müssen, gehören Behandlungszimmer, Wartebereiche, Empfangsbereiche, Sanitärräume, Labore und Verwaltungsbüros. Jeder dieser Bereiche hat unterschiedliche Anforderungen an die Reinigung und Desinfektion, abhängig von der Art der Tätigkeiten, die dort ausgeführt werden, und dem Risiko einer Keimübertragung.
- Oberflächen und Objekte: Neben den Räumen selbst müssen auch alle Oberflächen und Objekte erfasst werden, die regelmäßig gereinigt werden müssen. Dies schließt medizinische Geräte, Möbel, Türgriffe, Lichtschalter, Fußböden und Computer ein. Jede Oberfläche kann unterschiedliche Materialien und damit auch unterschiedliche Reinigungs- und Desinfektionsanforderungen haben.
2. Festlegung der Reinigungs- und Desinfektionsfrequenzen
Ein weiterer entscheidender Faktor für die Wirksamkeit eines Reinigungsplans ist die Festlegung klarer Reinigungs- und Desinfektionsfrequenzen für jeden Bereich und jedes Objekt in der Praxis.
- Tägliche Reinigung und Desinfektion: Bereiche mit hohem Patientenverkehr, wie Wartezimmer, Behandlungsräume und Toiletten, müssen täglich gereinigt und desinfiziert werden. In einigen Fällen, insbesondere bei Räumen, in denen invasive Eingriffe stattfinden, kann es notwendig sein, mehrmals täglich zu desinfizieren.
- Wöchentliche und monatliche Reinigungen: Für weniger frequentierte Bereiche, wie Verwaltungsbüros oder Lagerräume, kann eine wöchentliche Reinigung ausreichen. Eine monatliche Grundreinigung, bei der schwer zugängliche Stellen und selten genutzte Räume gründlich gereinigt werden, ergänzt die regelmäßige Reinigung und stellt sicher, dass auch versteckte Schmutzablagerungen entfernt werden.
- Anlassbezogene Reinigung: Neben den regelmäßigen Reinigungen sollte der Plan auch anlassbezogene Reinigungen vorsehen, z.B. nach dem Verschütten von biologischem Material oder nach einer besonders hohen Patientenfrequenz. Diese Flexibilität gewährleistet, dass die Praxis jederzeit hygienisch einwandfrei bleibt.
3. Auswahl und Einsatz geeigneter Reinigungs- und Desinfektionsmittel
Die Wahl der richtigen Mittel ist kein Zufall, sondern muss strengen gesetzlichen und fachlichen Vorgaben folgen. Um Haftungsrisiken zu vermeiden und den Infektionsschutz zu gewährleisten, sind folgende drei Säulen bei der Produktauswahl entscheidend:
- Zertifizierte Wirksamkeit (VAH-Liste): Verlassen Sie sich nicht auf Werbeaussagen. Für die Flächendesinfektion in medizinischen Einrichtungen sollten ausschließlich Produkte verwendet werden, die in der VAH-Liste (Verbund für Angewandte Hygiene) geführt sind. Nur diese Mittel sind unabhängig geprüft und garantieren die notwendige Wirksamkeit (z. B. bakterizid, levurozid, begrenzt viruzid PLUS) in den vorgeschriebenen Einwirkzeiten.
- Rechtssichere Dokumentation (§ 23 IfSG): Die bloße Anwendung reicht nicht aus. Gemäß § 23 Infektionsschutzgesetz (IfSG) sind Leiter von medizinischen Einrichtungen verpflichtet, die innerbetrieblichen Verfahrensweisen zur Infektionshygiene in Hygieneplänen festzulegen. Das bedeutet: Der Einsatz des Desinfektionsmittels muss lückenlos dokumentiert werden (Wer? Wann? Womit? Welche Konzentration?), um im Fall einer Prüfung oder eines Infektionsausbruchs den Sorgfaltsnachweis erbringen zu können.
- Arbeitsschutz für das Personal (BioStoffV): Reinigungskräfte hantieren mit potenziell gefährlichen Chemikalien und biologischen Arbeitsstoffen (Keimen). Die BioStoffV (Biostoffverordnung) schreibt daher vor, dass der Arbeitgeber eine Gefährdungsbeurteilung erstellen und Schutzmaßnahmen ergreifen muss. Dazu gehören die Bereitstellung geeigneter persönlicher Schutzausrüstung (z. B. chemikalienbeständige Handschuhe), die arbeitsmedizinische Vorsorge und eine regelmäßige Unterweisung im Umgang mit den gelisteten Mitteln.
Praxis-Tipp: Achten Sie bei der Auswahl neben der Listung auch auf die Materialverträglichkeit. Nicht alle zertifizierten Mittel sind für empfindliche Oberflächen wie Ultraschallköpfe oder Displays (Plexiglas) geeignet. Hier sollten alkoholfreie Schnelldesinfektionsmittel bevorzugt werden.
4. Schulung und Sensibilisierung des Personals
Ein Reinigungsplan ist nur so gut wie die Menschen, die ihn umsetzen. Daher ist die regelmäßige Schulung und Sensibilisierung des Personals ein unverzichtbarer Bestandteil eines effektiven Reinigungsplans.
- Umfassende Schulungsprogramme: Alle Mitarbeiter, die an der Reinigung und Desinfektion beteiligt sind, sollten regelmäßig geschult werden. Diese Schulungen sollten sowohl theoretische Kenntnisse über Hygienevorschriften als auch praktische Anweisungen zur richtigen Anwendung von Reinigungs- und Desinfektionsmitteln vermitteln.
- Sensibilisierung für Hygiene und Sauberkeit: Neben der Schulung ist auch die Sensibilisierung aller Mitarbeiter für die Bedeutung von Hygiene und Sauberkeit entscheidend. Dies betrifft nicht nur das Reinigungspersonal, sondern auch alle anderen Mitarbeiter der Praxis, die durch ihre tägliche Arbeit zur Einhaltung der Hygienestandards beitragen können.
- Kontinuierliche Weiterbildung: Da sich die Anforderungen und Techniken im Bereich der Hygiene ständig weiterentwickeln, ist eine kontinuierliche Weiterbildung des Personals notwendig. Dies kann durch regelmäßige Schulungen, Workshops oder die Teilnahme an externen Fortbildungen erfolgen.
Lesetipp: Finden Sie hier die 8 Grundsätze des Qualitätsmanagements.
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Ein häufiges Missverständnis in der Praxisorganisation ist die Vermischung von reiner Sauberkeit und hygienischer Sicherheit. Zudem stehen Praxisinhaber oft vor der wirtschaftlichen Entscheidung: Selber machen oder outsourcen? Hier finden Sie die entscheidenden Unterschiede.
Reinigung vs. Desinfektion: Der feine Unterschied
Im Reinigungsplan müssen zwei Verfahren strikt unterschieden werden, da sie unterschiedliche Ziele verfolgen und gesetzliche Anforderungen erfüllen:
- Reinigung: Entfernt sichtbaren Schmutz (Staub, Flecken) und rund 90 % der Mikroorganismen. Ziel ist die optische Sauberkeit.
- Desinfektion: Gezielte Abtötung oder Inaktivierung von Erregern (Bakterien, Viren, Pilze). Ziel ist die Infektionssicherheit.
- Desinfizierende Reinigung: In Arztpraxen der “Goldstandard” für Flächen. Hierbei erfolgt die Schmutzentfernung und Keimreduktion in einem Arbeitsgang (z. B. durch vorgetränkte Tücher aus VAH-gelisteten Spendersystemen).
Entscheidungshilfe: Eigenreinigung vs. Fremdvergabe
Die Einhaltung des Reinigungsplans hängt maßgeblich davon ab, wer ihn ausführt. Die folgende Tabelle hilft Ihnen bei der Abwägung zwischen eigenem Personal und einer externen Reinigungsfirma.
| Kriterium | Eigenreinigung (Praxispersonal/Minijobber) | Fremdvergabe (Externe Dienstleister) |
| Kontrolle & Qualität | Hoch: Direkte Weisungsbefugnis und sofortiges Feedback möglich. | Mittel: Abhängig vom Dienstleister; erfordert präzises Leistungsverzeichnis und regelmäßige Kontrollen. |
| Haftung & Schulung | Risiko Praxis: Sie sind für die jährliche Unterweisung (BioStoffV) und Überwachung verantwortlich. | Risiko Dienstleister: Die Firma haftet für die Schulung ihres Personals und die Einhaltung der Hygienevorgaben. |
| Kostenstruktur | Lohnkosten, Lohnnebenkosten, Urlaubs-/Krankheitsvertretung, Materialbeschaffung. | Fest vereinbarter Monatspreis (inkl. Material und Personalrückstellung). Oft transparenter kalkulierbar. |
| Ausfallsicherheit | Gering: Bei Krankheit der Reinigungskraft muss das MFA-Team oft einspringen. | Hoch: Dienstleister muss vertraglich für Ersatz sorgen. |
| Datenschutz | Mitarbeiter sind bereits auf Schweigepflicht verpflichtet. | Externe Kräfte benötigen gesonderte Verschwiegenheitserklärungen. |
Fazit: Für wen lohnt sich welches Modell?
- Eigenreinigung lohnt sich für: Kleine Praxen mit wenigen Räumen, in denen die Hygiene als “Chefsache” engmaschig kontrolliert werden soll und das Team Kapazitäten für Vertretungen hat.
- Fremdvergabe lohnt sich für: Mittlere bis große Praxen und MVZ, die den administrativen Aufwand (Schulungen, Materialeinkauf, Personalplanung) minimieren müssen und eine garantierte Reinigungssicherheit benötigen.
Wichtig für die Entscheidung: Egal für welches Modell Sie sich entscheiden – der Hygieneplan und die Dokumentation der Durchführung (gemäß § 23 IfSG) bleiben immer in der Verantwortung des Praxisinhabers. Bei Fremdvergabe muss das Leistungsverzeichnis zwingend Teil des Vertrages sein.
Reinigungsplan Arztpraxis – Tipps für die erfolgreiche Umsetzung

Die erfolgreiche Umsetzung eines Reinigungsplans in der Arztpraxis erfordert mehr als nur die Erstellung eines Dokuments. Es geht darum, diesen Plan in den Praxisalltag zu integrieren und sicherzustellen, dass alle Mitarbeiter die festgelegten Maßnahmen konsequent einhalten. Ein zentraler Tipp ist die regelmäßige Schulung des Personals. Jeder Mitarbeiter, der an der Reinigung beteiligt ist, sollte umfassend in den spezifischen Anforderungen geschult werden, einschließlich der richtigen Anwendung von Reinigungs- und Desinfektionsmitteln. Ebenso wichtig ist die klare Zuweisung von Verantwortlichkeiten. Jeder sollte wissen, welche Aufgaben er übernehmen muss, um Überschneidungen oder Lücken zu vermeiden.
Checklisten und digitale Tools sind nützliche Hilfsmittel, um sicherzustellen, dass keine Aufgabe übersehen wird. Regelmäßige Überprüfungen und Audits des Reinigungsplans tragen dazu bei, dessen Effektivität zu gewährleisten und gegebenenfalls Anpassungen vorzunehmen. Eine offene Kommunikation innerhalb des Teams unterstützt die Umsetzung des Plans und trägt zur kontinuierlichen Verbesserung bei.
Reinigungsplan Arztpraxis Vorlage und Beispiel
Übersicht der Praxisbereiche und Reinigungsintervalle
| Bereich | Oberflächen/Objekte | Reinigungsart | Frequenz | Verantwortlich |
|---|---|---|---|---|
| Behandlungsraum 1 | Behandlungsliegen, Arbeitsflächen, Geräte | Reinigung und Desinfektion | Nach jedem Patienten | [Mitarbeiter Name] |
| Behandlungsraum 2 | Behandlungsliegen, Arbeitsflächen, Geräte | Reinigung und Desinfektion | Nach jedem Patienten | [Mitarbeiter Name] |
| Wartezimmer | Sitzmöbel, Tische, Türgriffe, Spielzeug | Reinigung und Desinfektion | Täglich (mehrmals bei Bedarf) | [Mitarbeiter Name] |
| Empfangsbereich | Tresen, Telefone, Tastaturen, Türgriffe | Reinigung und Desinfektion | Täglich (mehrmals bei Bedarf) | [Mitarbeiter Name] |
| Sanitäranlagen | Waschbecken, Toiletten, Türgriffe, Spiegel | Reinigung und Desinfektion | 2x täglich (oder nach Bedarf) | [Mitarbeiter Name] |
| Labor | Arbeitsflächen, Geräte, Türgriffe | Reinigung und Desinfektion | Nach jeder Nutzung | [Mitarbeiter Name] |
| Bürobereich | Schreibtische, Computer, Böden | Reinigung | Wöchentlich | [Mitarbeiter Name] |
| Lagerräume | Regale, Böden | Reinigung | Monatlich | [Mitarbeiter Name] |
| Sterilisationsraum | Arbeitsflächen, Sterilisationsgeräte | Reinigung und Desinfektion | Nach jeder Nutzung | [Mitarbeiter Name] |
| Teeküche/Personalraum | Arbeitsflächen, Mikrowelle, Kühlschrank | Reinigung | Täglich, Kühlschrank wöchentlich | [Mitarbeiter Name] |
Reinigungs- und Desinfektionsmittel
| Bereich | Reinigungsmittel | Desinfektionsmittel | Materialverträglichkeit |
|---|---|---|---|
| Behandlungsräume | Neutralreiniger | Flächendesinfektionsmittel (viruzid, bakterizid) | Für Kunststoff, Metall und Glas geeignet |
| Wartezimmer | Allzweckreiniger | Flächendesinfektionsmittel (viruzid, bakterizid) | Für Holz, Kunststoff und Stoff geeignet |
| Empfangsbereich | Allzweckreiniger | Desinfektionstücher für Tastaturen und Telefone | Für Glas, Plastik und Metall geeignet |
| Sanitäranlagen | Sanitärreiniger | Flächendesinfektionsmittel (viruzid, bakterizid) | Für Keramik, Edelstahl und Glas geeignet |
| Labor | Neutralreiniger | Flächendesinfektionsmittel (viruzid, bakterizid) | Für Metall, Glas und Kunststoff geeignet |
| Bürobereich | Allzweckreiniger | Desinfektionstücher für Tastaturen und Mäuse | Für Holz, Kunststoff und Glas geeignet |
| Sterilisationsraum | Neutralreiniger | Sterilisationsgerechte Desinfektionsmittel | Für Edelstahl und Kunststoff geeignet |
| Teeküche/Personalraum | Küchenreiniger | Flächendesinfektionsmittel für Küchenbereiche | Für Edelstahl, Glas und Kunststoff geeignet |
Dokumentation der Reinigungsmaßnahmen
| Datum | Bereich | Reinigungs- oder Desinfektionsmaßnahme | Verwendetes Mittel | Durchgeführt von | Bemerkungen |
|---|---|---|---|---|---|
| [TT/MM/JJJJ] | Behandlungsraum 1 | Flächendesinfektion | [Produktname] | [Mitarbeiter Name] | Keine besonderen Vorkommnisse |
| [TT/MM/JJJJ] | Wartezimmer | Reinigung der Sitzmöbel | [Produktname] | [Mitarbeiter Name] | Erhöhte Patientenfrequenz |
| [TT/MM/JJJJ] | Sanitäranlagen | Desinfektion von Waschbecken und Toiletten | [Produktname] | [Mitarbeiter Name] | Nachfüllen von Seife notwendig |
| [TT/MM/JJJJ] | Labor | Desinfektion der Arbeitsflächen | [Produktname] | [Mitarbeiter Name] | Keine besonderen Vorkommnisse |
| [TT/MM/JJJJ] | Empfangsbereich | Reinigung und Desinfektion des Tresens | [Produktname] | [Mitarbeiter Name] | Hohe Patientenfrequenz |
Checkliste: Vorbereitung auf die Hygienebegehung
Ein Reinigungsplan ist geduldig – das Gesundheitsamt nicht. Spätestens wenn eine Praxisbegehung ansteht, wird aus dem theoretischen Plan ein kritisches Beweismittel. Prüfer schauen oft nicht nur auf die Sauberkeit vor Ort, sondern primär auf die Plausibilität Ihrer Unterlagen.
Nutzen Sie diese Checkliste, um sicherzustellen, dass Ihr Reinigungsmanagement einer behördlichen Prüfung standhält:
- Lückenlose Historie: Können Sie die Durchführung der Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen für die letzten 3 Monate lückenlos nachweisen? Achten Sie darauf, dass Namenskürzel, Datum und Uhrzeit auf den Protokollen plausibel sind. Lücken in der Dokumentation werden von Prüfern häufig so gewertet, als habe keine Reinigung stattgefunden.
- Griffbereite Sicherheitsdatenblätter: Für jedes im Plan aufgeführte Reinigungs- und Desinfektionsmittel muss ein aktuelles Sicherheitsdatenblatt des Herstellers vorliegen. Diese müssen für alle Mitarbeiter (und den Prüfer) jederzeit schnell zugänglich sein, idealerweise direkt im Reinigungsraum oder digital im QM-System.
- Verbindlichkeit durch Unterschrift: Ein Reinigungsplan ist eine Dienstanweisung. Er ist nur gültig, wenn er vom Praxisinhaber datiert und unterschrieben ist. Hängt der Plan gut sichtbar für das Reinigungspersonal aus (z. B. im Putzmittelraum)? Veraltete oder nicht unterzeichnete Pläne werden oft als Organisationsmangel moniert.
- Zustand der Utensilien: Passt die Realität zum Plan? Wenn im Plan “Wischbezüge werden nach jeder Nutzung thermisch desinfiziert” steht, der Wischmopp aber feucht und grau in der Ecke steht, führt dies zu einer sofortigen Beanstandung. Lagern Sie Utensilien immer trocken und sauber.
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